Päpste

Hier werden Menschen amüsiert und Religioten provoziert

Leserbrief an den Donaukurier, dieser wurde „selbstverständlich“ nicht abgedruckt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
der von Ihnen erwähnte Generalvikar Gerhard Gruber muss nach meiner Einschätzung bei Unterzeichnung doch schon ca. 80jährig gewesen sein. Mir wurde von einem Insider berichtet, dass er bei Leistung der Unterschrift ganz gehörig gezittert haben soll.
Das kann nun dem Alter zugeschrieben werden oder eben dem Umstand, dass er zu dieser Unterschrift gedrängt wurde, um die alleinige Verantwortung zu übernehmen, dass der damalige Papst Benedikt „aus der Schusslinie“ war. So ist es auch bei Wikipedia nachzulesen. Es dürfte wohl kaum einen Priester geben, der sich getraut hätte, dieses unredliche Ansinnen zu verweigern. Wenn dann noch das Bistum „Druck“ ausübt und der damalige Kardinal von München dann als erster deutscher Papst nach ca. 500 Jahren residieren konnte, waren der katholischen Kirche sicherlich alle redlichen und unredlichen Mittel recht, um den Missstand zu vertuschen. Da hat die katholische Missbrauchs- Kirche doch schon ganz andere Unappetitlichkeiten praktiziert.
Verwundert hat mich Ihre Abkürzung „H“. für den Sexstrolch aus Essen. In meiner Galerie der Kirchenkritik ist unter dem Thema Missbrauch zu lesen: …Es stellte sich heraus, dass Papst Benedikt persönlich während seiner Amtszeit als Bischof in München die Versetzung des Priester Peter Hullermann, der als pädophil bekannt war, in eine andere Pfarrei bewilligte, ohne ihn bei der Polizei anzuzeigen, selbst als er weiter Jungen missbrauchte…
Tatsache bleibt jedoch, dass Kardinal Ratzinger – als Leiter der Glaubenskongregation (das ist der dritte Mann im Vatikan ) und potenzieller Nachfolger des Papstes – im gesamten Zeitraum für die Vertuschung mitverantwortlich war…
Sie schreiben richtig, dass Hunderte von Schuldigen aus dem Klerikerstand
entfernt wurden. Warum nur so wenige? Da drängt sich schon der Verdacht auf, dass offensichtlich sehr viel weitere Schuldige von den vielen tausend oder zehntausenden der Missbrauchspriester weiter im Amt sind.
Tatsächlich hat, wie Sie schreiben, der deutsche Papst Benedikt XVI den langjährigen Sexstroch Marcial Maciel Degollado kaltgestellt.
Aber eben wegen der äußeren Zwänge sozusagen, erst fünf nach zwölf.
Bereits am 23. Februar 1997 erschien in der Hartford Courant, der auflagenstärksten Zeitung in Connecticut, ein Artikel über Maciel als Missbrauchstäter. Auch 1998 wurde Kardinal Ratzinger mit zwei Missbrauchsopfern von Maciel konfrontiert. Der Inhalt der Presseberichte war der zuständigen Stelle an der Kurie nicht neu.
Am 17. Oktober 1998 beauftragte Ratzinger seinen Untersekretär Gianfranco Girotti bei zwei Missbrauchsopfern deren Aussagen aufzunehmen. Nach der Befragung kam es dann doch noch zu einer kurzen Begegnung mit Ratzinger. Trotz der Aussagen der beiden Missbrauchsopfer entschied Ratzinger, kein Verfahren gegen Maciel zu eröffnen.
Mit Charles Sicula, der eng mit Ratzinger an dem Fall Maciel zusammenarbeitete, wurde über das Problem Maciel geredet. Auf die Frage von Sicula, warum er, Ratzinger nicht gleich dafür gesorgt hätte, dass Maciel bestraft würde sagte Ratzinger: Es war nicht meine Aufgabe, eine Strafe zu verhängen. Ich war schließlich nicht sein Beichtvater. Ratzinger wollte dann, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden Maciel zum Rücktritt bewegen. Was ihm nicht gelang!
Was Talvera bei seiner Begegnung mit Ratzinger erlebte, dem er einen Brief von Missbrauchsopfern vorlegt, endete so. Ratzinger: Es tut mir sehr leid, aber wir können diesen Fall Maciel nicht aufmachen, denn der Hl. Vater
Johannes Paul II schätzt Maciel sehr. Er tut viel Gutes für den Papst.
Maciel kam im November 2004 – auf dem Höhepunkt seiner Macht – nach Rom, um dort sein 6ojähriges Priesterjubiläum im großen Stil zu feiern.
4000 Legionäre und Mitglieder des Regnum Christi wurden extra nach Rom eingeflogen, um ihren Maciel zu bejubeln. Am Tage vor Maciels Weihejubiläum veranstaltete das Regnum Christi eine Privatfeier für den Gründer des Ordens. Maciel hatte dem Vatikan, viele Millionen mit seinen Organisationen eingebracht. Maciel schämte sich nicht, zu diesem Feste seine
Frau ! sowie deren/seine Tochter die ca. 20jährige Normita einzuladen. Als seine Tochter sich anschließend auf seinen Schoß setzte, war das Entsetzen groß.
Kindesmissbrauch hat in der katholische Milliardärskirche eine sehr lange, immer wieder praktizierte Tradition. Den ersten Kindersexskandal erlebte die Kirche bereits im Jahr 153 n. Chr. das erste Verbot des Missbrauchs von Jungen durch Geistliche wurde 306 n. Chr., weil mehr als notwendig, auf dem Konzil von Elvira verabschiedet.
Der Vatikan bleibt – sogar nach Einschätzung der eigenen Ermittlungsbehörden – eine Hochburg des organisierten Verbrechens. Erneut musste der Staatsanwalt des Vatikangerichts, Gian Piero Milano… Dieser Vatikanaussage habe ich nichts hinzuzufügen.
Richtigerweise sind in unserem Rechtssystem Richter nicht weisungsgebunden. Staatsanwälte (innen) sind leider von der Politik abhängig und deshalb weisungsgebunden. Ich bin mir absolut sicher, dass nicht weisungsgebundene Staatsanwaltschaften bei den Bischöfen die dort befindlichen Missbrauchslisten der Sexstrolche beschlagnahmen würden. Dass die Staatsanwaltschaften weisungsgebunden sind, ist ein blinder Fleck im deutschen Rechtssystem. Wolfgang Sellinger

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
ich weiß natürlich, dass dieser Leserbrief zu lang ist. Ihr Artikel ging aber ebenfalls über eine ganze Seite. Da kommt natürlich schon Material zusammen.
Ganz ausdrücklich ermächtige ich Sie deshalb, Kürzungen und weitere, Ihnen notwendig erscheinende Veränderung s e l b s t durchzuführen. Ich kann es einfach nicht kürzer schreiben. Weitere drei Seiten wären kein Problem.
Mit Ihrem Herrn Pehl hat diese Vorgehensweise bisher sehr gut geklappt.
Diesen „Freibrief“ stelle ich aber nur dem DK aus. Der EK würde diesen von mir niemals erhalten.
Ihren mit dem Thema befassten Mitarbeitern kann ich folgende zwei Bücher wärmstens empfehle:
Piper Verlag von Doris Reisinger / Chrisoph Röhl „Nur die Wahrheit rettet“
sowie
Gabriele Verlag Geoffrey Robertson Angeklagt : Der Papst
Robertson ist ein australischer, international sehr geschätzter Anwalt.

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